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ENOS – eine wichtige Innovation in Sachen Tauchsicherheit

Einsichten in den Albtraum jedes Tauchers gab es für die Öffentlichkeit durch den Film Open Water, der 2003 in die Kinos kam. Er beschreibt das dramatische und letztendlich tragische Schicksal des US-Taucherpaares Tom und Eileen Lonergan im Januar 1998. Bei einem Tauchgang am australischen Great Barrier Reef wurden sie versehentlich von ihrem Tauchboot vergessen und erst zwei Tage später vermisst. Suchaktionen wurden eingeleitet, aber sie wurden nie mehr gefunden.

In der internationalen Tauchszene sind solche Ereignisse jedoch ganz und gar nicht unbekannt. Mittlerweile tauchen viele Millionen Menschen in allen Meeren der Welt. Der Tauchsport boomte regelrecht in den 1990er Jahren, auch dank moderner Tauchausrüstung. Gleichzeitig stiegt allerdings die Zahl der unterschiedlichsten Tauchnotfälle. Und immer wieder gab es Berichte über abgetriebene, vermisste und verschollene Taucher. 2004 mussten zwölf Taucher elf Stunden lang im Roten Meer treiben, bevor sie gerettet wurden. 2005 wurden vor Marsa Alam fünf Taucher vermisst und nur einer überlebte. 2009 traf es vier Taucher am Little Brother Island. Einer wurde 100 km entfernt an der Küste entdeckt. Die anderen drei Taucher konnten sich gerade noch so an Land retten. Mittlerweile gibt es leider eine große Anzahl an für immer verschollenen Tauchern in Roten Meer zu beklagen.

Dabei hätten viele dieser tragischen Vorfälle bereits seit 2004 schon nicht mehr passieren müssen. Denn für den Tauchsport gab es Anfang der Jahrtausendwende, die wohl aufregendste Erfindung seit die Tarierwesten 1971 auf den Markt gekommen sind: Das ENOS-System. Und es schloss eine wichtige Sicherheitslücke. Denn, obwohl die Tarierwesten nicht nur das Tarieren unter Wasser problemlos machten, sondern auch die Sicherheit der Taucher an der Wasseroberfläche erhöhten, war das nicht genug. Das Tauchen war damit zwar sicherer, aber völlig übersehen wurde dabei die Oberflächenströmungen der Meere. Selbst der fitteste Taucher kann sich in den wenigsten Fällen aus einer schnellfließenden Strömung befreien und treibt wie ein hilfloser Ball ins endlose blaue Meer.

ENOS Erfindung für die Tauchsicherheit

Als erfahrene Taucher mussten diese Ereignisse Karl Hansmann und seine Frau Christiane Linkenbach stark inspiriert haben, eine Lösung zu erfinden. Was sie 2004 auf den Markt brachten, war dann bahnbrechend für die Sicherheit von Tauchern und gleichzeitig genial einfach und effektiv. Bei ihren Tauchgängen in allen Weltmeeren hatten sie es immer wieder mit starken Oberflächenströmungen zu tun und dachten über eine Lösung nach. Aus ihren Ideen entstand das neue elektronische Notfall- und Ortungssystem ENOS. Ein Rettungssystem, das völlig unabhängig ist von Küstenwachen und internationalen Rettungsorganisationen und weltweit eingesetzt werden kann. Und Rettungsaktionen konnten damit schnell und effizient direkt vom Tauchboot aus eingeleitet werden.

Ihr Unternehmen Seareq brachte das weltweit erste GPS-gestützte Rettungssystem für Taucher auf den Markt. Und die ägyptische Regierung sowie die Red Sea Association und das Chamber for Diving and Water Sports zeigten sich sofort sehr beeindruckt. Einem Einsatz in ägyptischen Gewässern stand nichts im Wege. Mittlerweile nutzen es eine ganze Reihe von Tauchschiffen im Roten Meer und an vielen anderen Tauchrevieren der Welt, wie Australien, Ecuador und Galapagos, Hong Kong, Indonesien, Malaysia, Malediven, Mauritius, Niederlande, Seychellen, Singapur, Sudan, Südafrika und den USA. Auf der Seareq Webseite können sich Taucher aus aller Welt informieren, wo und von wem ENOS für ihre Sicherheit eingesetzt wird.

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ENOS Funktionsweise

Das ENOS-System funktioniert denkbar einfach. Es besteht aus zwei Einheiten: einem Empfänger an Bord des Tauchschiffs und einem Sender beim Taucher. Der Empfänger muss zunächst seine Position bestimmen über GPS und kann dann vom Sender ausgehende Notrufe empfangen. Der Sender wird vom Taucher nur im Notfall über Wasser eingeschaltet und bestimmt dann selbstständig seine Position über GPS. Dann sendet er diese über eine Radiofrequenz an den Empfänger. Mittels der beiden Positionsangaben, kann der Empfänger dann den Taucher exakt lokalisieren und seine Position wird grafisch auf dem Empfänger-Bildschirm angezeigt. Sogar die Signale mehrerer Taucher können empfangen werden, selbst wenn sie nicht zu der eigenen Tauchgruppe gehören. Dies bietet Tauchern eine zusätzliche Sicherheit. Ebenfalls angezeigt wird die Zeit seit Absetzen des Notrufs. Das System verfügt über eine eigene Stromquelle und kann daher auf jedem Schiff eingesetzt werden.

ENOS funktioniert aufgrund der GPS-Anbindung in allen Wetterbedingungen und rund um die Uhr. Die standardmäßig eingebaute Antenne kann Notrufe aus etwa fünf Kilometern Entfernung empfangen. Durch eine erhöht angebrachte externe Antenne können Notrufe aus etwa zehn Kilometern Entfernung empfangen werden.

Karl Hansmann und Christiane Linkenbach haben seitdem ihr Unternehmen Seareq als Spezialist für Sicherheits- und Rettungsequipment ausgebaut und ihre Technik in ähnlichen Formen auch anderen Wassersportbereichen zugänglich gemacht. Für alle Taucher kann ENOS den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten und es ermöglicht einen sofortigen Rettungseinsatz ohne sich auf Küstenwachen, Marine und Rettungsorganisationen stützen zu müssen. Neben diesem entscheidenden Zeitvorteil, reduziert das System für die betroffenen Taucher auch die Rettungskosten im Ernstfall. Nicht zuletzt profitieren die Tauchreiseanbieter enorm von dem ENOS-System.

 

ENOS Hamata Mangroves

Wir von Hamata Mangroves waren sofort überzeugt von dem ENOS-Rettungssystem. Im September 2018 sind wir auf die InterDive nach Friedrichshafen geflogen, um es persönlich von Christiane und Karl auf der Bühne entgegenzunehmen. Das war für uns ein ganz stolzer Moment. Wir haben derzeit zehn ENOS-Sender an Bord und setzen sie noch im Buddy-System ein beim Tauchen. Ab Oktober 2019 werden wir über zehn weitere Sender verfügen, sodass dann jeder Taucher mit einem eigenen Sender Tauchen kann. Unser Tauchschiff M/Y Admira wird ab April 2020 ebenfalls mit dem Enos-System ausgestattet sein. Das Onlinemagazin Unterwasserwelt rund ums Tauchen erwähnte uns sogar in einem ihrer Artikel, der unter diesem Link zu lesen ist.

https://unterwasserwelt.de/m-y-sea-friend-im-roten-meer-mit-enos/

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